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Sternies Hamepage - Indianer-4
 

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Die 4te Seite zum lesen

Krieger

Die berühmtesten Namen in dieser Epoche der indianischen Geschichte haben die großen Kriegerhäuptlinge, die die Kämpfe zur Verteidigung ihrer Heimatgebiete im Südwesten und in den Great Plains anführten. Die Schlachten, die sie gegen alte Stammesfeinde und gegen die U.S.-Armee führten, forderten unter den Ureinwohnern Nordamerikas einen ungeheuren Tribut an Menschenleben.
Tahirussawichi, ein um 1830 geborener Chaui (Grand Pawnee), erklärte:
"Wenn ich an all die Menschen meines eigenen Stammes denke, die während meines Lebens gestorben sind, und dann an die Angehörigen anderer Stämme, die durch unsere Hände gefallen sind - es sind so viele, daß sie weite Teile der Mutter Erde bedecken."
Als Francis Parkman, der 1846 den Westen bereist hatte, um 1870 dorthin zurückkehrte, erfuhr er, daß fast alle Mitglieder einer Gruppe von Sioux, bei denen er gelebt hatte, in der Zwischenzeit im Kampf gegen die Weißen getötet worden waren.

Unter den Stämmen der Plains- und Prärieindianer galt das Kriegführen als natürliche Bestimmung für die meisten wehrfähigen Männer. Die Krieger waren zuallererst die Beschützer des Stammes und der Familie, doch Kriege wurden auch um ihrer selbst willen geführt: sie waren das "Feld der Ehre", auf dem Ruhm und Reichtum errungen werden konnte.
Die Ausbildung zum Krieger begann schon im Kindesalter; im Spiel wurden die Fertigkeiten nachgeahmt, die von einem Erwachsenen erwartet wurden, und Väter und Onkel erlegten den künftigen Kriegern Prüfungen auf, um sie auf die vor ihnen liegenden Strapazen vorzubereiten.
Ohiyesa, ein Santee-Sioux, der zur Zeit des Aufstands in Minnesota (1862) vier Jahre alt war, erzählte, wie sein Onkel ihn mitten in der Nacht losschickte, um an entlegenen Stellen Wasser zu finden, oder ihn am frühen Morgen mit Gewehrschüssen und wildem Kriegsgeschrei aufschreckte, um ihm die Erfahrungen und Reaktionen einzuprägen, die er eines Tages brauchen könnte.

 

Gall (Pizi) Gall (Pizi), Häuptling der Hunkpapa-Sioux
Gall, ein Waisenjunge, der Sitting Bulls Adoptivbruder wurde, war ein führender Kriegshäuptling in den Sioux-Kriegen der sechziger und siebziger Jahre. Zusammen mit Cracy Horse, von dem keine authentische Aufnahme überliefert ist, führte er am 25. Juni 1876 den erfolgreichen Angriff auf die Verbände von General George Amstrong Custer in der Schlacht am Little Bighorn.

Das Leben eines Kriegers begann mit einer "Visionssuche", in der ihm durch Fasten und Gebet die individuellen geistigen Kräfte - die "Medizin" - zum späteren Schutz eröffnet wurden. Es gab noch andere indianische Kriegsriten und -zeremonien, die nicht nur dazu bestimmt waren, den Sieg zu sichern oder zu feiern, sondern auch um ein fatalistisches Einverständnis mit dem Tod und der Niederlage einzuüben. Unter den Cheyenne und Sioux zum Beispiel ar die Vorbereitung des Kriegers auf die Schlacht gleichzeitig eine Vorbereitung auf den Tod; wenn er seinen Kopfschmuck und seine prächtigsten Gewänder anlegte, sein Haar in Flechten Legte und sein Gesicht bemalte, so suchte er sowohl dem Feind zu imponieren als auch dem Großen Geist - sollte er ihm denn vor Augen treten müssen.
Eine Ausnahme bildeten jene Krieger, die nach einer Vorbereitung durch Gebete und rituelle Übungen nackt kämpften, wobei ihre Körperbemalung diejenige Kriegsmedizin zum Ausdruck brachte, die ihnen in der Schlacht Stärke und Schutz verleihen sollte. Viele der überlieferten Kriegsgesänge bringen die Einwilligung des Kriegers in sein ungewisses Los auf dieser Erde mit aller Prägnanz zum Ausdruck:
      "Laßt uns sehen, wie wirklich es ist, / laßt uns sehen, wie wirklich es ist / dieses Leben, das ich lebe"
sang der Pawnee-Krieger, wenn er sich innerlich auf einen Feldzug einstellte, aus dem er wahrscheinlich nicht zurückkehren würde.

Auch wenn die indianischen Krieger in jeder Hinsicht zu Mut und Tapferkeit angehalten waren, so ging ihnen doch für die offene Kampftechnik der Weißen und deren Bereitschaft, vorsätzlich Soldaten in der Schlacht zu opfern, jegliches Verständnis ab. Die indianische Kampfweise war demgegenüber in höchstem Maße auf den Schutz des menschlichen Lebens bedacht, sie setzte auf Überraschungs- und Ausweichmanöver, um die eigenen Verluste möglichst gering zu halten.
Für die zahlenmäßig kleinen Indianervölker war diese Taktik nicht nur geschickt, sondern auch überlebenswichtig. Der berühmte Sauk-Krieger Black Hawk brachte dieses Prinzip der Kriegsführung zum Ausdruck, als er erklärte, er verfolge zwei Ziele, "den Feind zu töten und unsere eigenen Männer zu retten". Der durchschlagende Erfolg dieser Blitzangriffstechnik läßt sich an den Worten ermessen, die General William Tecumseh Sherman 1867 an den amrikanischen Kriegsminister richtete: "Meine Meinung ist: Wenn zwischen dem Arkansas River und dem Platte River auch nur fünfzig Indianer übrigbleiben, dann müssen wir jede Poststation, jeden Zug und alle Eisenbahnbautruppen bewachen. Mit anderen Worten: Fünzig feindliche Indianer werden dreitausend Soldaten matt setzen."

 

Pa-ha-uza-tan-ka Pa-ha-uza-tan-ka (The Great Scalp Taker), Krieger der Sante-Sioux
Die sechzehn im Kopfschmuck getragenen Federn zeigen angeblich die Zahl der Skalps an, die dieser Krieger genommen hatte.

 


Federn, Kriegsutensilien und ihre Bedeutung

Die gemeinhin bekannten Trachten und zeremoniellen Utensilien der nordamerikanischen Indianer gehörten überwiegend zum Kriegsschmuck:

KriegsfedernSie führten im Krieg errungene Auszeichnungen vor Augen, welche die anderen auf den ersten Blick zu deuten wußten. Eine Federhaube stand für große militärische Leistung, und die Art und Weise, wie eine ins Haar gesteckte Adlerfeder beschnitten war, gab Auskunft über bestimmte Taten oder Erlebnisse: ob der Träger etwa einen Skalp genommen hatte oder in einer Schlacht verwundet worden war.
Die Cheyenne erkannten an der Federhaube einen Krieger, der sich durch Tapferkeit und Schlachterfahrung hervorgetan hatte. Die Entscheidung darüber, ob ein Krieger sie verdientermaßen trug, blieb diesem selbst überlassen, obschon die Kampfgefährten einen von Natur aus bescheidenen Stammesbruder dazu ermutigen oder den, der sie sich zu früh angemaßt hatte, mit Hohn strafen konnten.
Ehrenzeichen, die er sich in seinem Leben erworben hatte, begleiteten einen Krieger auch in sein Grab. Bei einigen Stämmen wurden große Häuptlinge in einem Tipi zur letzten Ruhe gelegt, gekleidet in ihre prächtigsten Gewänder und zusammen mit ihren Waffen und ihrem liebsten Besitz. Sogar ihre Pferde wurden getötet und in der Nähe des Tipi abgelegt.
Gelegentlich wurden den Kriegern Namen verliehen, die ihre Kühnheit zum Ausdruck brachten: zum Beispiel Pawnee Killer, Plenty Coups, One Who Strikes the Chief First, He Kills First oder One Who Catches the Enemy.

Nicht nur die Leistungen einzelner Krieger, auch Erinnerungen an Ereignisse, die für den Stamm von größerer Bedeutung waren, konnten über viele Jahre hinweg durch mündliche Überlieferung lebendig erhalten werden. Die Pawnee etwa wußten noch um 1870 detailliert von dem Krieg zwischen verschiedenen Gruppen zu erzählen, der ein Jahrhundert zuvor zur Einheit ihres Stammes geführt hatte, einschließlich der Taktiken und der Namen der Beteiligten.

Wie furchterregend der Einsatz auch sein mochte, der Kampfgeist obsiegte immer, insbesondere unter den jungen Kriegern, die tatendurstig waren und Anerkennung suchten, auch wenn sie dabei ganz auf sich allein gestellt waren. Wie viele Menschenleben dabei aufs Spiel gesetzt wurden, tritt nirgendwo deutlicher zutage als in einem Bericht des Sioux Ohiyesa, der um 1870-72 als Junge miterlebte, wie eine kleine Schar junger Krieger in den Kampf zog, nachdem der Medizinmann ein günstiges Omen verkündet hatte:
"Sofort erhielten unsere jungen Männer ihr Zeichen, und für einige Tage herrschte überall Hast und Aufregung. Am festgesetzten Morgen hörten wir die Gesänge der Krieger und das Klagegeschrei der Frauen, womit sie einander Lebewohl sagten, und unter der Führung eines erfahrenen Mannes, des alten Hotanka oder Loud-Voiced Raven, machten sich die kriegstauglichen Burschen auf den Weg ins Land der Gros Ventre ... Von diesem frühen Morgen an, als die jungen Krieger uns verließen, angeführt von dem alten Kriegspriester ... zählten die besorgten Mütter, Schwestern und Liebsten die Tage. Old Smoky Day stand manchmal früh am Morgen auf und sang ein "Starkes Herz"-Lied für seinen Enkel, der auf dem Kriegspfad war. Ich höre immer noch den Widerhall der heiseren, brüchigen Stimme des alten Sängers in den Wäldern. Für lange Zeit erfreute sich unsere umherstreifende Gemeinschaft eines ungestörten Friedens; wir blieben von Ärger und Unruhe verschont. Oft brachten unsere Jäger ein Reh, einen Wapiti oder einen Bären, so daß wir frisches Fleisch hatten. Die herrlichen Seen versorgten uns zur Abwechslung mit fisch und Wildvögeln. Der Herbst näherte sich, und die stillen Wasser spiegelten die Farbenpracht des Laubwechsels ... Eines frostigen Morgens - es war gegen Ende Oktober - hörten wir den beklemmenden Gesang eines einsamen Kriegers. Im nu befand sich das Lager in einem zutiefst desolaten Zustand. Die Bedeutung dieses Gesangs war allen sonnenklar: Bis auf den, deesen Klagegesang das Schicksal seiner Gefährten verkündigte, waren alle unsere Krieger gefallen. Der einsame Krieger war Bald Eagle ... Das Dorf war vor Gram erschüttert, denn jeder Indianer teilt Leid wie Freude mit allen anderen. Die alten Frauen hielten inne, wo immer sie auch sein mochten; ihr verzweifeltes Wehklagen wechselte mit Lobgesängen auf die gefallenen Krieger. Die Frauen entfernten sich ein wenig von ihren Tipis und trauerten. Die jungen Mädchen aber gingen in die weitere Umgebung des Lagers, wo niemand ihre Trauer beobachten konnte. Die alten Männer stimmten in das Schreien und Singen ein. Die Unbewegtesten von allen waren allem Anschein nach die Krieger, deren Tränen im Land des Feindes vergossen werden mußten, um ihren Rachedurst zu schüren. Stumm saßen sie in ihren Tipis und rangen darum, ihre Gefühle hinter einen stoischen Mine zu verbergen."

 


 

 

Natürlich brauchen wir Rangers einheimische Freiwillige oder eine größere
Anzahl von regulären Truppen, um die Bastarde zu verfolgen...
Thomas Hodges wurde dazu ausersehen, eine Kompanie von 30 Mann
zusammenzustellen, um für 90 Tage im Einsatz zu bleiben. Der Trupp
verfügt über eine großzügig gestiftete Summe, die auch durch den
Verkauf von Skalps zustande kam... Ebenso gelang es der McGinley-
Theatergruppe, 125 Dollar einzuspielen, so daß für jede Lady ein
modisches Haarteil aus einem Apachenskalp herausspringen dürfte...
Arizona Miner, 1866 / 1867

Logo

ApacheDie Apache können geographisch in eine westliche und eine östliche Abteilung geschieden werden. Im Osten haben wir die Jicarilla, Mescalero, Lipan (die eigentlich eine Südliche Plains-Gruppe sind) und Chiricahua Apache; im Westen die White-Mountain-, Carrizo-, San-Carlos-, Fort-Apache-, Pinal-, Arivaipa-, Apache-Peaks-, Mazatzal-, lonto- und Cibecue-Banden, die insgesamt als Westliche Apache bekannt sind, und die Navajo. Alle haben die weitgehend gleiche Weltanschauung, religiöse Ausrichtung und zyklische Mythologie. Zeremonien dienen der Heilung von Krankheiten, der Abwehr von möglichem Übel oder zur Wiederherstellung der Weltordnung. Alle Gruppen sind matrilinear und haben bedeutende und komplexe Pubertätszeremonien für Mädchen. Bei den Mescalero beispielsweise errichtet die Familie ein großes Tipi (kegelförmiges Stangenzelt insbesondere der Plains-lndianer) oder Wickiup (für den Südwesten typische einfache Hüttenform), in dem die Mädchen zu einer Abfolge von rituellen Gesängen tanzen. Die Zeremonie wird von einem Schamanen oder Medizinmann geleitet, der den Titel Sänger trägt. Im zweiten Teil der Zeremonie, dem sogenannten "Sonnengruß", wird das Mädchen nach einer Phase des Fastens und der Unterrichtung durch einige Älteste als Erwachsene vorgestellt.

Die Athapaskisch sprechenden Völker waren die letzte große Indianergruppe, die in den Südwesten, und auch die letzten, die unter anglo-amerikanische Herrschaft kamen. Ursprünglich im nordwestlichen Kanada und in Alaska zu Hause, drangen die Athapasken Ende des 14. und Anfang des 15. jahrhunderts, also nicht allzu lange vor Ankunft der Spanier, in den Südwesten vor. Um 1600 gab es wahrscheinlich an die 15000 Apache in der Region. Bei ihrer Ankunft waren es kleine nomadisierende Banden ohne soziale und politische Differenzierung. Die Gruppen verbreiteten sich rasch im größeren Umkreis der Pueblo-Siedlungen, wo sie ihren Anspruch auf bestimmte Gebiete als traditionelle Territorien mit erkennbaren heiligen Plätzen geltend machten. Einige Gruppen vermischten sich mit Plains-Stämmen - die Lipan Apache stießen nach Westtexas vor und vertrieben die dortigen Comanche. Die Mescalero und Chiricahua Apache zogen in das Gebiet östlich des Rio-Grande-Tals, die Jicarilla und Navajo hingegen ins nördliche New Mexico, während die Westlichen Apache und andere Chiricahua sich in den alten Siedlungsgebieten der westlichen Anasazi und Mogollon heimisch machten.

Die Apache-Gruppen lebten vom Jagen und Sammeln. Als sie den Südwesten erreichten, gesellten sich der Feldbau und das Beutemachen auf Raubzügen zu dieser wirtschaftlichen Basis. Rasch nahmen sie die Bräuche der Plains-, Pueblo- oder Rancheria-lndianer an und erwarben sich darüber hinaus den Ruf großer Wildheit. Gleichermaßen schnell lernten sie sich des Pferdes zu bedienen. Ein Großteil der Geschichte des Südwestens dreht sich um die Beutezüge der Apache und die Vergeltungsmaßnahmen und Racheüberfälle der Pueblos, Pima, Spanier und Anglo-Amerikaner. Um 1700 war der Südwesten in weiten Teilen ein einziges Waffenlager mit wechselnden Bedürfnissen, für die allein ökonomische Vorteile ausschlaggebend waren.

In den Jahrzehnten, bevor Amerika 1848 von Mexiko den Südwesten erwarb, wurden die Apachen von spanischen und mexikanischen Sklavenfängern gejagt, und zur Verteidigung und aus Rache führten sie einen unbarmherzigen Guerilla-Krieg gegen die Weißen. Sie waren außerordentlich tapfer, widerstandsfähig und Feinden gegenüber extrem grausam; oft legten sie weite Entfernungen zurück, um Ranches und Siedlungen zu plündern oder Vieh zu stehlen. Im Gegenzug bekämpften ihre Feinde sie gnadenlos wegen ihrer Skalps, die in Mexiko hohe Preise erzielten, und um Gefangene zu machen, die sie als Sklaven verkaufen konnten.
Als der Südwesten in die Hände der Amerikaner überging, waren die Apachen anfangs freundlich zu ihnen, aber die zunehmende Bedrohung ihrer Gebiete durch Goldgräber, Viezüchter und amerikanische Soldaten machte sie zu Feinden.

 

Wildledermütze
Apachenkrieger trugen vielfach Wildledermützen,
die kunstvoll mit Federn und Perlenstickerei in
höchst individuellen Mustern verziert wurden.

Gegen Ende der 1850er Jahre hatten die Amerikaner die Mexikaner als die Hauptfeinde der Apachen ersetzt. Bei Ausbruch des Bürgerkriegs wurden die im Osten benötigten Truppen aus dem Land der Apachen abgezogen. Die amerikanischen Forts in der Region wurden evakuiert und niedergebrannt, und die Postkutschenlinie nach Kalifornien, die durch Texas -das zu den Südstaaten gehörte- und das Land der Apachen verlief, wurde weiter nach Norden durch sicheres Nordstaatengebiet verlegt. Da die Apachen glaubten, ihr mutiger Einsatz für ihr Gebiet habe die Soldaten und Postkutschen vertrieben, begingen einige Gruppen immer mehr Überfälle auf Siedler und Reisende in der Hoffnung, alle Fremden von ihrem Territorium zu verjagen.
Im Juni 1862 stießen sie mit
Colonel James H. Carleton zusammen, einem Nordstaaten-Offizier; er führte eine Kolonne von Freiwilligen von Südkalifornien zum Rio Grande, die sich an einem Angriff auf die Konföderierten beteiligen sollten, und machte unterwegs in Tuscon halt, von wo er drei Kuriere zu den Nordstaaten-Truppen in New Mexico vorausschickte, um ihnen die Verstärkung anzukündigen. Bei Apache Pass, einem felsigen Engpaß östlich von Tuscon, griffen Indianer die drei Reiter an und töteten zwei von ihnen; der dritte wurde sechzig Kilometer gejagt, bis er entkommen konnte. Die Angreifer gehörten zu einer Gruppe von Chiricahua­Apachen, die sich Chookanén nannten und dem charismatischen Häuptling Cochise folgten.
Anfangs war Cochise den Amerikanern gegenüber einer der am wenigsten feindseligen Apachen-Anführer gewesen. Er hatte gestattet, daß Kutschen durch das Land seines Volkes fuhren und die Reisenden, die Mitarbeiter der Poststation und ihre Tiere die Quelle am Paß benutzten; außerdem hatte er die Poststation am Apache Pass mit Brennholz beliefert. Doch Anfang 1861, eineinhalb Jahre vor dem Angriff auf Carletons Kuriere, hatte eine Armee­Einheit unter der Führung des unerfahrenen Lieutenant George N. Bascom Cochise zu einem unerbittlichen Feind der Amerikaner gemacht; der Offizier hatte -fälschlicherweise- geglaubt, Cochise sei an einem Überfall auf eine Ranch beteiligt gewesen, bei der ein Junge gekidnappt und Tiere gestohlen worden waren, und hatte ihn bei einer Versammlung verhaften lassen. Cochise, dessen Volk nichts mit der Sache zu tun hatte, zog das Messer, befreite sich aus dem Zelt und floh in einem Kugelhagel, wobei er eine Verletzung am Bein davontrug. Daraufhin ergriffen die Truppen andere Indianer, die auf Cochise gewartet hatten, und erhängten sechs von ihnen, darunter Cochises Bruder und zwei seiner Neffen. Cochise war voller Trauer und Zorn. "Am Ende", sagte er später zu den Weißen, "haben eure Soldaten mir ein großes Unrecht zugefügt, und ich und mein Volk zogen in den Krieg gegen sie..."
Doch die Attacken der Chiricahua gegen Carleton fanden damit 1862 noch kein Ende. Eine Woche nach dem Mord an den beiden Kurieren töteten sie drei Reiter eines Spähtrupps, den Carleton ausgeschickt hatte. Und wieder einige Wochen später führten sie Carletons großen Voraustrupp in Apache Pass in einen Hinterhalt und töteten in einer zwei Tage dauernden Schlacht mehrere Soldaten. Erst die Haubitzen der Soldaten, die viele Verwundete und Tote unter den Indianern forderte, zwangen die Apachen zum Rückzug. Unter den Verwundeten war auch Cochises Schwiegervater
Mangas Coloradas, der Häuptling der Mimbreño-Apachen, einer Untergruppe der Chiricahua.
Carleton errichtete Fort Bowie, um die Route durch Apache Pass und die dortige Quelle zu sichern, und setzte dann seinen Marsch zum Rio Grande fort. Dort mußte er feststellen, daß die konföderierten Soldaten sich nach Texas zurückgezogen hatten. Nun befehligte Carleton die Nordstaaten-Truppen in New Mexico, doch es gab keine gegnerische Armee mehr, die er bekämpfen konnte. Deshalb begann er einen unbarmherzigen Feldzug gegen die verschiedenen Apachenstämme, für den er an seine Offiziere den Befehl augab: "Mit den Indianern dürfen keine Verhandlungen oder Gespräche stattfinden. Die Männer sind an Ort und Stelle zu töten. Die Frauen und Kinder können gefangengenommen werden..."
Im Januar 1863 hörte Carleton von Bodenschätzen im Land von Mangas Coloradas´ Mimbreño-Gruppe und schickte eine Einheit seiner kalifornischen Freiwilligen als Kundschafter dorthin; sie wurden angeführt von
General Joseph R. West, einem brutalen Indianerhasser, der in Friedenszeiten Zeitungsherausgeber war. Unter dem Vorwand, unter einer weißen Flagge mit ihm sprechen zu wollen, lockte er den über 60jährigen, imposanten, mehr als 1,80 Meter großen Häuptling aus seinem Lager und ließ ihn mit vorgehaltenem Gewehr festnehmen.
Ein Goldsucher im Lager beobachtete, wie die Wachen Mangas Coloradas in der Nacht ermordeten. Zuerst folterten sie ihn, indem sie seine Beine und Füße mit ihren im Lagerfeuer erhitzten Bajonetten verbrannten, und erschossen ihn erst, als er vor Schmerzen zuckte. Am Morgen behaupteten die Soldaten, der Apachen-Häuptling habe einen Fluchtversuch unternommen und warfen seine Leiche in einen seichten Tümpel. Später trennten sie den Kopf ab und kochten ihn in einem großen schwarzen Kessel, um die Haut und das Fleisch abzulösen. Dann wurde der Schädel in den Osten geschickt, wo Wissenschaftler feststellten, daß seine Gehirnschale größer war als die von Daniel Webster, und schließlich landete er in einem Schaukasten in der Smithsonian Institution in Washington. Für die Apachen war das Enthaupten weitaus schlimmer als der Tod, denn es bedeutete, daß der Körper verstümmelt in die Ewigkeit eingehen mußte.
Nach Mangas´ Tod wollte West alle Mimbreño ausrotten und lud zu diesem Zweck sogar eine Gruppe zu einem Friedensfest ein, auf die er dann das Feuer eröffnete und sie abmetzelte. Dennoch erreichte er sein Ziel nicht. Die Apachen setzten sich mit vermehrten Überfällen auf die Weißen zur Wehr. In den Kriegen, die in den nächsten zwei Jahrzehnten folgten, traten neue Indianerführer hervor und wurden zur Legende: Cochise, Eskiminzin, Juh, Victorio, Nana, Chato, Nachez, Loco, Chihuahua, Geronimo.

Der Widerstand der Apachen steigerte den Haß der Weißen im Südwesten auf die Indianer.
1871 überfiel ein Mob von Totschlägern im Auftrag der Bürger von Tuscon eine unbewaffnete Siedlung von Eskiminzins Apachen, die unter den Augen des Militärkommandeurs friedlich in Camp Grant in Arizona lebten, und ermordeten, vergewaltigten und verstümmelten 144 hilflose Menschen, darunter waren nur drei Männer. Ein Geschworenengericht befand später niemand für schuldig.

Apachen-KriegerCochise, der durch den Bau von Fort Bowie vom Apache Pass vertrieben worden war, lebte inzwischen in den felsigen Dragoon Mountainsim Südwesten Arizonas in einem gut vergorgenen Schlupfwinkel, von dem sich das Tal nach Osten zum Paß hin überblicken ließ. Kavalleristen unter General George Crook durchkämmten die Dragoon Mountains, doch Cochises Chiricahua konnten sie mit Guerillataktiken abwehren und ihnen in dem unwegsamen Gelände entkommen.
1872 brachte Tom Jeffords, ein früherer Postkutscher und Goldsucher, der sich mit Cochise angefreundet hatte und bei den Indianern als Taglito (Red Beard) bekannt war, General O. O. Howard -der später Chief Joseph bekämpfen würde- mit Einwilligung der Indianer zu Friedensgesprächen in Cochises Versteck. Der tödlich erkrankte Häuptling rang Howard das Versprechen ab, daß seine Leute nach Apache Pass zurückkehren und in Frieden in ihrer Heimat leben durften. Doch bevor er die Waffen niederlegte, verlangte er von Howard eine Garantie, daß dieser sein Versprechen halten würde. Howard willigte in Cochises Bedingungen ein, doch wie der Apachen-Häuptling geahnt hatte, war das Versprechen des Generals mit Cochises Tod 1874 vergessen, und die Indianer konnten nie in das Land um den Apache Pass zurückkehren. Sein Sohn
Taza folgte Cochise als Häuptling der Chiricahua, doch die treibende Kraft hinter dem fortdauernden Widerstand der Chiricahua war nun eigentlich ein Medizinmann der Bedonkohe-Apachen.


Als die Diné erschaffen wurden, wurden uns vier Berge
und Flüsse gezeigt, in deren Mitte wir leben sollten.

Barboncito


Weit landeinwärts von Kalifornien lag die Heimat von rund 12.000 Diné oder Navajo: die hohen Wüstenplateaus, die Tafelberge aus rotem Fels; die Berge und Canyons des nordöstlichen Arizona und des nordwestlichen New Mexico.
Die Navajo nennen sich selbst Diné - "das Menschenvolk". Das Wort Navajo entstammt der Tewa-Sprache: navahuu bezeichnet ein bestelltes Feld in einem Arroyo (Trockental). Die Pueblo-Indianer und spanische Chronisten vom Beginn des 17. Jahrhunderts unterschieden die Navajo von anderen Apachen westlich und südlich des Rio Grande, weil sie "ganz ausgezeichnete Bauern" seien. Diese landwirtschaftlichen Leistungen wurden 150 Jahre später auch in den Berichten der US-Armee erwähnt.
Die Diné, die zur Athapasken-Sprachfamilie zählen, waren erst in jüngster Zeit vom nordwestlichen Teil des Kontinents eingewandert, hatten sich im 15. oder 16. Jahrhundert - gerade bevor die Spanier im Südwesten ankamen - auf dem angestammten Land der Hopi, Zuñi und Pueblo niedergelassen und paßten sich schnell an. Unter dem massiven Druck spanischer Missionare wurde aus dem ehemaligen Nomadenvolk eine Nation von Schafhirten. Die Diné übernahmen die neue Kultur, legten Gärten und Obsthaine an, bauten große Schaf- und Ziegenherden auf und webten Kleidung und Decken, in denen sich ihre Kultur widerspiegelte.

ManuelitoBarboncitoAls der Südwesten nach dem Mexikanischen Krieg in den Besitz der weißen Amerikaner überging, erwartete man von den Diné abermals, ihren Lebensstil zu ändern.
Im Jahre
1851 bauten die Vereinigten Staaten im Herzen des Diné-Landes Fort Defiance. Plötzlich mußte eine indianische Gemeinschaft, die auf Weideland angewiesen war - Weideland war eine Seltenheit im trockenen Südwesten - mit den Pferden, Maultieren und Rindern der US-Armee um die Wiesen konkurrieren.
Manuelito, ein Häuptling der Diné, beklagte sich beim Komandanten des Forts, Major William T. H. Brooks.
Brooks beharrte darauf, daß seine Soldaten weiterhin das Weideland der Indianer nutzen würden - notfalls mit Gewalt - und beschloß, Manuelitos Widerspenstigkeit zu bestrafen, bevor sie außer Kontrolle geriet. Im
Mai 1858
Die Spannung entlud sich bald in Gewalt. Im
erschoß eine Abordnung von Soldaten auf Befehl von Brooks 60 Tiere aus Manuelitos Vieherde und trieb den Rest fort. Oktober 1858 brannten Soldaten aus Fort Defiance mit Unterstützung von 160 Zuñi-Söldnern Manuelitos Dorf und Felder nieder. Dieser Schlag bestärkte Manuelito nur in seinem Beschluß, Krieg gegen die Amerikaner zu führen.
Am
30. April 1860 griffen tausend Diné, unter Führung von Manuelito und Barboncito, einem starken Medizinmann und Kriegshäuptling, Fort Defiance an und überrannten es fast, bevor sie vertrieben werden konnten. Während des nächsten Jahres widerstanden die Indianer den Vergeltungsschlägen der amerikanischen Truppen. Schließlich führte der Ausbruch des Bürgerkriegs dazu, daß die Soldaten in den Osten abzogen und Fort Defiance verließen.

Carson Doch das war nicht von Dauer:
General James H. Carleton, Leiter des Kriegsministeriums von New Mexico, gab in jenem Jahr seinem Untergebenen, dem berühmten Scout
Christopher Housten "Kit" Carson (1809-1868), damals Befehlshaber der New Mexico-Truppen, folgenden Befehl: Er solle die Diné in ein Reservat namens Bosque Redondo auf den sonnenverbrannten Ebenen des östlichen New Mexico bringen, das Carleton gegründet hatte.
Hogan Carsons Taktik war, die Diné aus ihrer Heimat zu vertreiben, indem er ihre Lebensgrundlage zerstörte. Seine vorrückende Armee tötete Schafe, vergiftete Brunnen und verbrannte oder zerstörte die Felder und Obsthaine. Die Diné flohen aus ihren
Hogans, den traditionellen, sechseckigen, erdbedeckten Häusern, und verteilten sich über ihr Land, um der Gefangennahme zu entgehen.
Manuelito, Barboncito,
Ganado Mucho und andere Häuptlinge führten Tausende ihres Volkes in den Canyon de Chelly und an andere versteckte Plätze in dem zerklüfteten Gelände.
Der Herbst verging, und der Winter setzte bereits ein, doch immer noch war Carson auf der Suche nach ihnen. Die Diné fanden in
Dinetah, ihrem eigenen Land, keine Ruhe mehr.
Schließlich kamen Carsons Männer in den Canyon de Chelly, mitten im Herzen des Diné-Landes. Vom Rand des Canyon und aus versteckten Nischen in seinen hohen roten Felswänden beobachteten die hungrigen und im Winterwetter frierenden Navajo entsetzt, wie Carsons Männer auf der Suche nach ihnen durch den Canyon zogen. Als sie entdeckt wurden, überlebten nur wenige das Gemetzel.
Im Tiefwinter zwang der Hunger Hunderte von geschwächten und schlecht bewaffneten Diné, sich zu ergeben. Sie kamen krank, hungernd und frierend in die Forts Wingate und Canby; dort wurden sie gefangengehalten, bis sie unter Bewachung zu einem Gewaltmarsch nach
Fort Sumner in dem trostlosen Reservat Bosque Redondo aufbrachen.

Der fast 500 Kilometer weite "Long Walk" im Winter 1864 war eine Tragödie, die immer noch schwer auf dem Diné-Volk lastet; die Stimmen derer, die den Treck durchstanden, sind nie verstummt:

Es war furchtbar, wie sie unser Volk behandelten. Ein paar behinderte alte Menschen und Kinder,
die die Reise nicht machen konnten, wurden an Ort und Stelle erschossen, und ihre Leichen überließ
man den Krähen und Kojoten.
Meine Tochter wurde müde und schwach und konnte wegen ihrer Schwangerschaft nicht mit den anderen
Schritt halten oder weiterlaufen. Deshalb baten wir die Armee, eine Weile zu halten, damit die Frau ihr
Kind gebären konnte. Aber die Soldaten taten es nicht. Sie zwangen uns weiterzugehen.
Wir waren noch nicht lange weitergezogen, da hörten wir einen Schuß ...
Diejenigen, die den Langen Marsch überlebt hatten, schloßen sich ihren traditionellen Feinden, den Mescalero-Apachen an, die von Carleton und Carson ebenfalls ins Bosque Redondo-Reservat gesperrt worden waren - einem erbärmlichen Streifen sandigen Bodens entlang des Pecos River. Die meisten Bäume hatte man gefällt, um Fort Sumner zu bauen, und es gab nichts als unfruchtbares Land. Die Diné mußten Gräben und Löcher als Unterschlupf ausheben. Sie schlachteten Kühe und schirmten sich mit deren Häuten gegen Wind und Sonne ab. Die Büsche und kleinen Bäume waren schnell verfeuert, und die Menschen mußten Mesquitewurzeln ausgraben und sie als Feuerholz nutzen.
Hunderte von ihnen starben im ersten Jahr in Bosque Redondo.
General Carleton, der Urheber und Überwacher des indianischen Exils, hatte sich zum Ziel gesetzt, die Indianer zu Weißen "umzuformen". Stolz schrieb er dem Generaladjutanten der Armee in Washington, Bosque Rodondo sei ein "großartiges Experiment, aus Wilden zivilisierte menschliche Wesen zu machen. Hier verwerfen sie ihre Lebensweise und lernen, wie Weiße zu sein. Mein Ziel ist, sie allmählich in einem Reservat zu sammeln, das weit weg von Hügeln und Verstecken ihres Landes ist, und dort ihre Kinder Lesen und Schreiben zu lehren; die Kunst des Friedens und der Wahrheiten des Christentums. Bald werden sie neue Gewohnheiten, neue Ideen, neue Lebensformen annehmen."

Bis zum Frühling 1865 lebten 9000 Diné und 400 Mescalero von Rationen, die höchstens für zwei Drittel dieser Zahl ausgereicht hätten. Immer noch verhungerten viele oder starben an Krankheiten. Das Leben in Bosque war zwar elend; noch gefährlicher aber war das Leben für die Navajo, die immer noch in Arizona Widerstand leisteten.
Manuelito und andere Anführer hatten sich nie ergeben, sondern hielten weiterhin in den Canyons aus. Den ganzen Winter 1865/66 hindurch sprachen sie nur flüsternd miteinander und wagten kaum, ein Feuer anzuzünden, aus Angst, die Soldaten könnten sie sehen. Sie lebten außerdem in Angst vor den Ute und den mexikanischen Sklavenhändlern, die mit gestohlenen Kindern handelten.
Um ihre Leute zu retten, ergaben sich Manuelito und Ganado Mucho in Fort Wingate. Aber die Hoffnung auf Schutz erwies sich als trügerisch. Auf dem Marsch nach Bosque Redondo wurden Ganado Muchos Töchter entführt; später, als sie das Reservat erreicht hatten, wurde sein kleiner Sohn getötet.
Nach Jahren der Mißernten, nach tausend Toten und der Flucht Hunderter verzweifelter Indianer aus dem Reservat, sah die amerikanische Regierung schließlich ein, daß Bosque Redondo ein kläglicher und kostspieliger Fehlschalg war.

Sherman Im
Mai 1868 schickte Washington eine Delegation unter der Führung von General William Tecumseh Sherman, die sich mit Diné-Anführern im Reservat zu einer Unterredung treffen sollten. Sherman war erschüttert über den erbärmlichen Zustand der Indianer.
Die Diné, so berichtete er, waren "in einem Zustand absoluter Armut und Hoffnungslosigkeit versunken". Als die Unterredungen mit den Indianern in Gang kamen, wurde der wortgewandte Barboncito ausgewählt, für die Navajo zu sprechen. Seine Worte mußten von Navajo ins Spanische und dann vom Spanischen ins Englische übersetzt werden.
"Am Anfang, als die Diné erschaffen wurden", erklärte Barboncito den weißen Besuchern, "wurden uns vier Berge und vier Flüsse gezeigt, in deren Mitte wir leben sollten. Das sollte unser Land sein, und es wurde uns von der Ersten Frau des Diné-Stammes gegeben. Von unseren Vorvätern wurde uns gesagt, daß wir niemals östlich über den Rio Grande oder westlich über die San Juan-Flüsse hinausgehen sollten, und ich glaube, es sind so viele von uns und unseren Tieren gestorben, weil wir hierhergekommen sind. Wenn einer unserer großen Männer stirbt und ich das Weinen der Frauen höre, laufen mir die Tränen in den Schnurrbart. Dann denke ich an mein Land."
Die Erlaubnis für die Rückkehr wurde erteilt. Ein Vertrag wurde unterzeichnet, der die neuen Grenzen für die Diné-Nation und die Bedingungen für ihre Entlassung umriß. Sie konnten nie wieder Waffen besitzen oder Überfälle ausführen, und ihre Kinder mußten in weißen Schulen erzogen werden. Die Diné bekamen Essen und Schafe für die Rückkehr in ihre Heimat. "Wir sagten den Treibern, sie sollten die Maultiere anpeitschen, so eilig hatten wir es", erinnerte sich Manuelito. "Als wir von Albuquerque aus den Berggipfel sahen, fragten wir uns, ob das unser Berg sei, und wir hätten am liebsten mit der Erde geredet, wir liebten sie so, und ein paar alte Männer und Frauen weinten vor Freude ..."
Seither haben die Diné strikt die Bedingungen des Vertrags beachtet, den sie 1868 unterzeichnet hatten. Heute sind sie mit einer Bevölkerung von über 200.000 Menschen die bei weitem
größte indianische Nation der Vereinigten Staaten; sie bewohnen dieselben hochgelegenen Wüstenplateaus und das Land mit den roten Felsen, aus dem Kit Carson und General Carleton sie vertrieben hatten. Und im Canyon de Chelly, der immer noch das ehrfurchtgebietende Herzstück ihrer Heimat ist, zeigen heute junge Diné-Touristenführer Besuchern, wo die Tragödie begann, die zum Langen Marsch ihrer Ahnen führte.

 

 

Indianer der Pueblos

  Das ganze 16. und 17. Jahrhundert über fielen im Gefolge Spaniens verschiedene europäische Mächte in die indianischen Länder Nordamerikas ein. Die meisten Führer indianischer Nationen stellte das vor Probleme, deren Dimensionen sie kaum durchschauten. Was hatten sie zu verlieren, was zu gewinnen? Wie konnten sie überhaupt überleben? Die Europäer hatten eindeutig überlegene Waffen - und keine Hemmungen, diese gegen Indianer einzusetzen, was sie oft genug demonstriert hatten. Doch die Europäer besaßen auch wertvolle Güter, darunter Feuerwaffen für Jagd und Kriegszüge; und viele indianische Führer glaubten, daß friedliche Handelsbündnisse mit den Europäern ihnen neue Macht in ihrer Region geben könnte.
Bei alldem begriffen indianische Führer nie oder erst dann, wenn es schon zu spät war, daß Indianer als Nicht-Weiße und Nicht-Christen in den Augen der Europäer keine wirkliche Menschen waren. Viele Europäer sahen in ihnen einfach gefährliche und empfindungslose Wilde; eine Ware für die Sklavenmärkte. Folglich waren die Neuankömmlinge nur so lange zu Verhandlungen und Zusammenarbeit mit indianischen Nationen bereit, wie sie dazu gezwungen waren oder davon profitierten. Sobald eine europäische Gemeinschaft in Nordamerika stark genug war, um ein Gebiet beherrschen zu können, waren die diplomatischen Vereinbarungen mit Indianern null und nichtig. Auf eine solche Denkweise waren die Indianer trotz ihrer langen Tradition von Handel und Diplomatie zwischen ihren verschiedenen Nationen nicht im geringsten vorbereitet und deshalb lange außerstande, die Europäer, denen sie begegneten, zu durchschauen. Bis die indianischen Führer erkannten, daß ihre einzige Hoffnung im Krieg lag, war der Krieg oft schon verloren.

Rio Grande-PueblosEinen großen Teil des 16. Jahrhunderts war Spanien die führende Kolonialmacht in Amerika. Während Eroberer wie de Soto und Menéndez von den Westindischen Inseln aus die indianischen Nationen Floridas und des Südostens heimsuchten, marschierten andere spanische Expeditionen von Mexiko nach Norden und drangen in die indianischen Regionen des Südwestens ein, eines felsigen und lange Zeit nur spärlich besiedelten Landes mit großer Naturschönheit. Um 1300 waren die Anasazi - oder Hisatsimom, wie die Hopi sie nannten - von ihren Klippensiedlungen wie Mesa Verde in neue Gebiete gezogen, ein Teil von ihnen zu den Hopi- und Zuñi-Städten, doch die meisten nach Osten in das Rio Grande-Tal des heutigen New Mexico. Dort gründeten die verschiedenen Einwanderer-Gruppen, insgesamt mehrere Tausend mit jeweils unterschiedlichen Sprachen oder Mundarten - Keres oder Tanoan Tewa, Tiwa oder Towa -, etwa achtzig Städte mit soliden Häusern aus Adobe und Stein. Die Spanier nannten sie deshalb später "Pueblos", nach dem spanischen Wort für Dorf. Wie ihre Anasazi-Vorfahren lebten die Pueblo-Indianer vom Ackerbau und bewahrten sich eine theokratische Regierungsform unter der Führung von religiösen Gesellschaften, deren Priesterschaft die Politik bestimmte, die Gemeindeangelegenheiten lenkte und den jährlichen Zyklus von Zeremonien und Gebeten überwachte. Die Religion durchdrang alle Lebensbereiche. An jedem Tag, in jedem Monat und jedem Jahr gab es bestimmte Aufgaben zu erfüllen, um die Harmonie mit der Geisterwelt zu bewahren; und alle Mitglieder der Gemeinschaft - Männer, Frauen und Kinder - trugen ihren Teil dazu bei. Jedes Individuum war - wie der Mais, die Lebensader ihrer Nationen - Teil eines empfindlichen Gleichgewichts. Im Jahr 1540 wurde dieses Gleichgewicht vom spanischen Konquistador Francisco Vásquez de Coronado zerschlagen.

Im nördlichen Mexiko und Arizona, auf dem Colorado-Plateau und am Rio Grande und seinen Nebenflüssen traten am stärksten die Pueblo-Indianer in Erscheinung. In neunzig Dörfern lebten mehr als 40.000 Menschen. Heute gibt es nur noch dreißig Siedlungen; Dürre, Krankheit und Krieg waren die Gründe, warum die anderen aufgegeben wurden.
Die Pueblo-Indianer bildeten keinen Stamm: jede Pueblo-Kultur bestand aus einem Dorf, das als autonome politische Einheit funktionierte - was nicht bedeutet, daß diese Gruppen in einem Vakuum lebten. Sie trieben mit den anderen Gruppen Handel, anerkannten die gemeinsame Herkunft, heirateten gelegentlich Partner aus einem anderen Pueblo und besaßen ähnliche Weltanschauungen und viele gemeinsame Wertvorstellungen.
Sie sprechen viele verschiedene Sprachen. Die größte Sprachgruppe ist das Tano, das zur Kiowa-Tano-Sprachfamilie zählt. Das Tano besteht aus drei Hauptsprachen - Tiwa, Tewa und Towa. Die Einwohner von Taos, Picuris, Sandia und Isleta sprechen Tiwa-Dialekte. In San Juan, Santa Clara, San Ildefonso, Pojoaque, Nambe und Tesuque wird Tewa gesprochen. Auch in Hano im Hopi-Land spricht man Tewa, weil um 1700 zahlreiche Tewa-Familien aus dem Rio Grande-Tal hierher geflohen waren, als die Spanier das Gebiet zurückeroberten, das sie durch den Pueblo-Aufstand verloren hatten. Jemez ist heute der einzige Pueblo, in dem noch Towa zu hören ist. Früher sprach man es auch im berühmten Pecos-Pueblo, doch wurde er zu Anfang des 19. Jh. aufgegeben.
Verstreut unter den Tano-Sprechern leben die Keres. Am Rio Grande und seinen Nebenflüssen liegen die Keres-Dörfer Cochiti, Santo Domingo, San Felipe, Santa Ana und Zia; weiter westlich Laguna und Acoma. Noch weiter westlich liegt der Zuni-Pueblo, wo Zuni gesprochen wird. Zuni gehört zur Penuti-Sprachfamilie und ist mit keiner anderen Sprache des Südwestens verwandt (die anderen penuit-sprechenden Indianer leben in Kalifornien). Die Hopi im nördlichen Teil von Zentralarizona sind einige Dörfer, die auf drei Mesas des Colorado-Plateaus erbaut wurden. Sprachlich gehört Hopi zum Shoshoni-Zweig der uzo-aztekischen Sprachfamilie. Es ist also mit dem Pima, Ute und Paiute im Südwesten und mit zahlreichen Sprachgruppen in Zentralmexiko verwandt.

 

Oraibi-PuebloDreistöckiges Haus, Oraibi-Pueblo, Arizona, 1879.
Oraibi (Ort des Felsens) ist das größte und bedeutendste Mesa-Dorf der Hopi im nordöstlichen Arizona. Steinbauten mit Mörtelputz traten hier an die Stelle der für die Tal-Pueblos typischen Lehmbauten.
Pueblo CochitiDer Pueblo Cochiti (1879), der bis in die Mitte des 13. Jahrhunderts zurückgeht. Cochiti ist nicht nur bekannt für seine Keramik und exakt gestimmten Trommeln, sondern auch berühmt wegen seiner Zeremonien, worunter auch Kachina-Tänze sind.

Die Pueblo lassen sich nach der Lage ihrer Dörfer und gemäß ihrer ökologischen Anpassung in zwei Gruppen unterteilen. Die Östlichen Pueblo, die am Rio Grande und seinen Nebenflüssen leben, haben darin eine permanente Wasserquelle, die ihnen den Bewässerungsfeldbau ermöglicht. Die Westlichen Pueblo sind mangels steter Wasserversorgung auf Trockenfeldbau angewiesen. Die unterschiedlichen Wasserressourcen wirken sich von der Nahrungsbeschaffung bis hin zur Religion auf viele Aspekte der Kultur aus. Wirtschaftlich gesehen sind alle Pueblo Feldbauern. Viele hatten auch kleine Schaf- und Rinderherden, stellten kunsthandwerkliche Produkte her - Webwaren etwa oder Silberschmuck, Juwelen, Kachina-Puppen, Keramik oder Körbe. (Heute sind die meisten Pueblo-Indianer wie alle anderen im Südwesten auch Lohnempfänger. Das bedeutet, daß viele in die nahegelegenen großen Städte wie Albuquerque, Santa Fe, Gallup, Flagstaff oder Phoenix gehen müssen. Alle kehren sie jedoch zurück, wenn es gilt, an wichtigen Zeremonien teilzunehmen.)

Carlota, Tigua-MädchenDie Religion transzendiert und durchdringt bei den Pueblo-Indianern alle Bereiche des Lebens, so auch die Wechselbeziehungen mit dem Land, mit anderen Menschen und mit den Mächten des Übernatürlichen. Sämtliche Aspekte des Lebens - Kunst, Handwerk, Wirtschaft, Sozialstruktur und Familie - sind unter dem Dach einer einheitlichen Weltanschauung zusammengefaßt und unauflöslich miteinander verwoben. Ausgehend von der einfachen Ansicht, daß die Menschen mit der Natur in Einklang leben müssen, haben die Pueblo-Indianer reiche kulturelle Traditionen entwickelt, die in ihrer Dichtung, ihren Legenden, Liedern, Tänzen und in ihrer Kunst zum Ausdruck kommen. So erhalten zentrale Werte ihre sichtbare Formulierung. Beispielsweise leiten sich viele Keramikmuster von Motiven her, die mit dem Zeremonialbereich verknüpft sind. Der architektonische Mittelpunkt eines Dorfes - und dies sowohl im wörtlichen wie im symbolischen Sinne - ist ein besonderer, kiva genannter Raum. Hier finden täglich und an geeigneten Zeitpunkten im Jahr private und kommunale Riten statt. Gebete werden gesprochen, um Segen zu erhalten, das Keimen und Reifen der Feldfrüchte zu gewährleisten und Dank abzustatten für gute Gesundheit.
Weltliche und geistliche Autoritäten sind in den Pueblos scharf voneinander getrennt. Jedes Dorf ist eine bestens durchstrukturierte Theokratie, in der sich alles um die komplizierten, das gesamte Leben begleitenden Zeremonien dreht. An der Spitze dieser Theokratie, die auf alten Vorbildern beruht und über die nur die Dorfbewohner Bescheid wissen, steht ein sogenannter "Kazike" (cacique) (Häuptling einer Siedlung). Für die Außenwelt sind die säkularen politischen Strukturen augenscheinlicher. In den östlichen Pueblos liegt die weltliche Organisation in den Händen eines "Gouverneurs" (governor), der alljährlich ernannt oder gewählt wird. In den 1860er Jahren erhielten diese Gouverneure von Präsident Lincoln Rohrstöcke als Insignien, die zu hochgeschätzten Symbolen ihres Amtes geworden sind. Der Gouverneur hat mehrere Assistenten, "Prinzipale" (principles) genannt, eine Gruppe hochgeachteter älterer Männer, deren weise Entscheidungen einen Ausgleich zwischen zivilen und religiösen Angelegenheiten herstellen. In allen Pueblos gibt es einen Jagdhäuptling und einen Kriegshäuptling oder -priester.

 

Zuni-PuebloTänzer auf der Plaza des Zuni-Pueblos. AcomaAcoma-Frauen bringen Wasser in traditionellen Tonkrügen von einer Zisterne über einen schmalen und steinigen Pfad zur Stadt hoch. Acoma ist eine der ältesten ohne Unterbrechung bewohnten Städte in den heutigen Vereinigten Staaten.

Die Pueblos der Tewa gliedern sich in zwei gesellschaftliche Hälften oder "moieties", wie die Anthropologen sie nennen. Die Zugehörigkeit zu einer moiety verläuft über den Vater; allerdings kann eine Frau ihre moiety-Eingliederung verändern, wenn sie einen Mann aus der anderen moiety heiratet. Jede Hälfte hat politische Würdenträger. Die eine Hälfte des Jahres liegen die politischen und zeremonialen Pflichten in den Händen des "Sommervolks", wohingegen das "Wintervolk" (die andere moiety) sie für die andere Jahreshälfte übernimmt. Zu jeder moiety gehören bestimmte religiöse Bünde, andere Bünde setzen sich über die verwandtschaftliche Unterteilung hinweg. Unter den Keres ist die Sozialorganisation geschlossener. Es gibt pro Dorf nur einen Kaziken, dem ein aus den Anführern der religiösen Bünde - die dieses Amt lebenslang innehaben - gebildeter Rat zur Seite steht.
In allen Pueblos ist die Familie der Grundstein des Lebens. Während in den Tewa-Gemeinschaften entweder die Großfamilie väterlicher- oder mütterlicherseits im Mittelpunkt steht, bildet bei den Zuni und Hopi die matrilineare Großfamilie die Grundlage der Gesellschaft. Verglichen mit anderen Gruppen des Südwestens sind die Pueblo-Indianer keine Individualisten; Neuerungen werden durch Gruppenentscheid, Konsens und Überredung angenommen oder verworfen. Die Pueblo-Indianer besitzen viele gemeinsame Wertvorstellungen, Ideen und Traditionen, und doch ist jede einzelne Gruppe auf ihre Weise einzigartig. Ein Pueblo ist eine eng zusammengeschlossene und in hohem Grade systematisierte Organisation. Heiraten innerhalb der eigenen Gruppe werden in allen Dörfern bevorzugt. In den Zeremonien der einzelnen Gruppen wie bei Keramikformen und Dekorstil lassen sich charakteristische Unterschiede feststellen.

 

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Pueblo-Bewohner Pow Wow
TODAY

Die Lage der nordamerikanischen
Indianer in der heutigen Zeit

 

Die Indianer müssen sich in "die Lebensweise der Weißen" einfügen -
friedlich, wenn sie es wollen, gewaltsam, wenn es sein muß. Sie müssen...
ihre Lebensweise unserer Zivilisation anpassen. Vielleicht ist diese
Zivilisation nicht die bestmögliche, aber sie ist die beste, die die Indianer
bekommen können. Sie können ihr nicht entkommen und müssen sie
entweder übernehmen oder von ihr zerstört werden...
Die Stammesbeziehungen müssen aufgelöst, der Sozialismus vernichtet
und durch die Familie und die Autonomie des Individuums ersetzt werden.

Thomas Jefferson Morgan (1889)

 

Das Zeichen aller Indianer ASU die die US-Regierung ablehnen.
Die USA sieht sich gerne als moralische Instanz gegenüber den anderen Ländern. So mischt sie sich auch allzu gerne in die Politik anderer Länder ein und fordert diese auf, doch die Menschenrechte einzuhalten. Gleichzeitig droht die USA aber all jenen "weitreichende" Konsequenzen an, falls es jemand wagt, die Menschenrechtsverletzungen der USA anzuprangern.

Die Situation der "Native Americans" ist vergleichbar mit der in der Dritten Welt.
Obwohl die Bevölkerungszahlen ansteigen - 1990 gab es wieder rund zwei Millionen Indianer in den Vereinigten Staaten - haben die Nachkommen der Ureinwohner mit großen Problemem zu kämpfen. Nicht nur unzureichende Bildungsmöglichkeiten, Armut, schlechte medizinische Grundversorgung und hohe Arbeitsoligkeit, sondern auch die Bedrohung ihres Landes und der natürlichen Ressourcen durch profitgierige Konzerne erschweren das Leben der Indianer. Zudem müssen sie sich auch noch gegen die mitunter brutalen Übergriffe staatlicher Behörden (
FBI, Regierung, Polizei...) wehren.

 

Crow CreekLinks: Indianische Heilige beten an der neuen Grabstätte der Crow Creek. Bei der neuerlichen Beerdigung fanden christliche und traditionelle Riten statt.
Rechts: Die Gebeine bei ihrer Entdeckung im Jahre 1978.
DIE CROW CREEK
Die erneute Beisetzung der Crow Creek ist beispielhaft für eine von Indianern und Archäologen gemeinsam erarbeitete Lösung. Im Jahre 1978 entdeckten Archäologen der Universität von South Dakota in der Crow-Creek-Sioux-Reservation die Gebeine von 500 Opfern eines Krieges (um 1325 n. Chr.) zwischen den Vorfahren der Arikara. Zunächst bestanden die Indianer darauf, dass die Gebeine nicht angerührt werden. Als Plünderer die Fundstätte zu beschädigen begannen, willigten Arikara und Sioux jedoch ein, sie zu Studienzwecken zu entfernen. 1981 wurden die sterblichen Überreste vereinbarungsgemäss zurückgegeben und in der Nähe erneut beigesetzt.

Indianische Rechtsansprüche
Als sich die Weißen die Gebiete der Ureinwohner aneigneten, waren ihre Gelehrten erpicht, das Wesen und die Ursprünge der Bestohlenen zu studieren. 1867 bekam die US-Armee den Befehl, Indianerschädel für Studienzwecke des "Army Medical Museum" zu besorgen. Tausende Schädel wurden auf den Schlachtfeldern zusammengetragen. In den folgenden Jahrzehnten sammelten bedeutende Museen und Universitäten Skelette und Grabbeigaben, und auch private Sammler plünderten die Gräber und verkauften die Inhalte.
In den Augen der Indianer ist ein solches Vergehen ein Sakrileg, das die Würde der Ahnen beleidigt und das prekäre Gleichgewicht in der Natur bedroht. Jahrzehntelang kämpften die Indianer um die Repatriierung der Überreste, um sie wieder begraben zu können. Im Jahre 1990 erließ der Konkreß schließlich den Native American Graves Protection and Repatriation Act (NAGPRA), der besagt, daß staatliche Organisationen sämtliche sterbliche Überreste, Grabbeigaben und sakrale Objekte den Völkern zurückzugeben haben. Künftig müssen die Stämme gefragt werden, bevor Grabungen an ihren Stätten vorgenommen werden.
In ihrem Kampf um ihr Land, das sie durch Verträge oder Niederlagen im Kampf verloren, sind die Indianer nur teilweise erfolgreich. Die juristischen Auseinandersetzungen begannen 1946, als der US-Kongreß die "Indian Claims Commission" (ICC) einsetzte, die für illegal enteignetes Land eine verzinste Entschädigung in Höhe des Wertes zur Zeit der Enteignung verteilen sollte.
Völker, deren Forderungen anerkannt wurden, erhielten beträchtliche Summen. Die Passamaquoddy von Maine etwa bekamen genug Geld, um Wohn-, Industrie- und Erziehungsprogramme aufzubauen. Einige Völker weigerten sich jedoch, finanzielle Entschädigung für ihr heiliges Land zu akzeptieren.
Im Gegensatz zu den USA erkennt Kanada die traditionellen Besitzrechte der Indianer an. Die Regierung bemüht sich um einvernehmliche Verträge, welche sowohl Landabkommen als auch finanzielle Regelungen beinhalten. Das wichtigste Ereignis dieser Politik ist die Gründung des Inuit-Territoriums von Nunavut. Doch gibt es wie in den Vereinigten Staaten auch hier viele ungeklärte Fälle.

 

AlcatrazEine Protestgruppe in Alcatraz, dem früheren Inselgefängnis in der Bucht von San Francisco. Rund 200 Indianer besetzten im November 1969, kurz nachdem die US-Regierung das Gefängnis geschlossen hatte, die Insel. Sie verlangten die Rückgabe und beriefen sich auf eine Vertragsklausel, die den Rückfall an die Indianer nach Beendigung der bundesstaatlichen Nutzung vorsah. Bis 1971 wurde Alcatraz belagert




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